
Ratgeber Gesundheit (Nager)
- Impfschutz für Kaninchen
- Krankheitsvorbeuge bei Meerschweinchen
- Kokzidien bei Kaninchen
- Vorsicht Hitzestau!
- Staupe auf dem Vormarsch
- Vorsicht Hautpilze!
- Verdauungsstörungen bei Meerschweinchen und Kaninchen
Impfschutz für Kaninchen
Schutzimpfungen spielen in der Tiermedizin eine bedeutende Rolle
bei der Verhütung von Infektionskrankheiten. Durch ihre konsequente
und regelmäßige Anwendung sind verlustreiche, seuchenhafte Erkrankungen
in den Hunde- und Katzenpopulationen selten geworden. Doch nicht
nur Hunde und Katzen brauchen Impfschutz. Auch Hauskaninchen,
ob im Außenstall gehalten oder in der guten Stube, sind von Infektionskrankheiten
bedroht, die nur durch regelmäßige Impfung abzuwehren sind.
Die Myxomatose oder Kaninchenpest ist eine verlustreiche Seuche,
die vor allem unter den Wildkaninchen sehr verbreitet ist. Wer
zwischen Mai und Oktober bei einem Spaziergang auf ein scheinbar
zahmes Kaninchen trifft, hat vermutlich ein Myxomatose-Opfer vor
sich. Man erkennt es an starken Schwellungen der Augenlider, die
das Tier nahezu erblinden lassen. Der Kopf kann unförmig aufgetrieben
sein durch teigig bis feste Schwellungen vor allem an Nase, Lippen
und Ohren. Meist sind auch massive Atembeschwerden sichtbar und hörbar.
Tierfreunde sollten bei einer solchen Begegnung den Impuls unterdrücken,
das Tier zu Hause gesund zu pflegen. Die Erkrankung ist tödlich.
Auch dem Tierarzt bleibt keine andere Möglichkeit, als das Tier
von seinem Leiden zu erlösen. Wer gar selbst Kaninchenhalter ist,
könnte einen solchen Entschluß bitter bereuen. Der Myxomatose-Erreger,
ein Virus, kann durch direkten Kontakt, aber auch unreine Hände
des Menschen leicht auf das geliebte Haustier übertragen werden.
Auch sollte kein Grünfutter aus solchen Krankheitsarealen an Hauskaninchen
verfüttert werden. Diese Schutzmaßnahmen reichen jedoch nicht.
Denn der Hauptübertragungsweg von Wild- auf Hauskaninchen ist
der über Stechmücken. Da diese Überträger nur schwerlich aus dem
Lebensbereich der Haus- und Heimkaninchen zu verbannen sind, ist
die rechtzeitige Impfung im Frühjahr der beste Schutz für diese
Tiere. Die Impfung ist fünf bis sechs Monate wirksam und schützt
somit über einen Stechmückensommer. Sie muß dann im folgenden
Frühjahr erneuert werden. Wer Kaninchen in Gebieten hält, die
wegen stehender Gewässer und milder Winter nur kurze Zeit stechmückenfrei
sind, sollte seine Tiere zweimal jährlich impfen lassen.
Die Chinaseuche, eine weitere spezielle Virusinfektion der Kaninchen,
ist erst seit 1988 in Deutschland bekannt. Sie ist seither hauptsächlich
in Zucht- und Mastbeständen aufgetreten, nachdem sie über infizierte
Angorakaninchen aus China nach Europa gelangte. Bislang zählte
diese Erkrankung zu den anzeigepflichtigen Seuchen, da sie bei
Ausbruch zu hohen Tierverlusten führt. Erstickungskrämpfe, Nasenbluten
und rascher Tod sind die Merkmale dieser Infektionskrankheit.
Eine Behandlung durch den Tierarzt ist nicht möglich. Die Impfempfehlung
der Veterinärbehörden an die betroffenen Halterkreise sind weitgehend
umgesetzt worden. Auch der private Kaninchenhalter sollte sein
Tier durch jährliche Impfung schützen, da bislang nicht ausgeschlossen
werden kann, daß auch diese Erkrankung durch Stechmücken übertragen wird.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Krankheitsvorbeuge bei Meerschweinchen
Meerschweinchen sind als Heim- und Spieltiere außerordentlich
beliebt - nicht zuletzt weil sie hinsichtlich ihrer Haltungs- und
Pflegeansprüche als komplikationslos gelten. Doch treten gerade
beim Meerschweinchen eine Reihe von Erkrankungen auf, die durch
einfache vorbeugende Maßnahmen verhindert werden können.
Meerschweinchen sind ebenso wenig wie der Mensch in der Lage,
Vitamin C zu bilden und sind auf die Zufuhr des Vitamins mit der
Nahrung angewiesen. Gerade in den grünfutterarmen Wintermonaten
muß daher auf eine ausgewogene Fütterung geachtet werden. Das
übliche Fertigfutter muß unbedingt durch aromatisches Heu, Obst
und Gemüse ergänzt werden. Handelsübliche Trockenfuttermischungen
sind zwar mit Vitaminen angereichert, zugesetztes Vitamin C verliert
aber bereits nach neun bis zwölf Wochen Lagerzeit seine Wirksamkeit.
Daher sind Vitaminzusätze zum Trinkwasser im Winter unbedingt erforderlich.
Vitamin C Mangel führt bei Meerschweinchen ebenso wie beim Menschen
zu Skorbut. Erkrankte Tiere leiden unter Gelenk- und Muskelentzündung,
einer hartnäckigen Entzündung im Bereich der Lippenwinkel, unter
Zahnfleischentzündung und Zahnverlust.
Grundsätzlich sollten Meerschweinchenbesitzer die Zahngesundheit
ihrer Schützlinge im Auge haben. Zahnfehlstellungen sind durch
das lebenslange Zahnwachstum und fehlende Nagemöglichkeiten beim
Meerschweinchen leider weit verbreitet. Wichtig ist es, hartes,
altes Brot oder Obstbaumzweige zum Benagen anzubieten, um eine
gleichmäßige Abnutzung der Zähne zu gewährleisten. Sowohl die
Schneidezähne als auch die Backenzähne sollten regelmäßig vom
Tierarzt auf korrektes Wachstum überprüft werden.
In ihrer südamerikanischen Heimat leben Meerschweinchen in Höhen
bis zu 4200 Meter. Die karge Nahrung muß durch Graben und Scharren
auf hartem Untergrund beschafft werden. Dadurch nutzen sich die
Krallen der Tiere ständig ab. In der Käfighaltung gibt es diese
Möglichkeit nicht. Die Krallen müssen regelmäßig gekürzt werden,
da sie sonst in die Fußballen einwachsen können und nur schwer
zu behandelnde Abszesse verursachen können.
Nicht selten kommen beim Meerschweinchen Darmparasiten vor. Kokzidien
sind einzellige Lebewesen, die in der Darmschleimhaut des Meerschweinchens
parasitieren. Mangelnder Appetit, glanzloses Haarkleid und Durchfall
sind die Folge. Besonders bei Jungtieren kann der Kokzidienbefall
zum Tode führen. Daher sollte insbesondere bei neugekauften Meerschweinchen
eine Kotuntersuchung beim Tierarzt veranlasst werden.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Kokzidien bei Kaninchen
Die Kokzidiose gehört zu den bedeutendsten parasitären Erkrankungen
des Kaninchens, da sie praktisch in jeder Haltungs- und Nutzungsform
vorkommt. Kokzidien sind Einzeller, die in den Zellen der Darmschleimhaut
(Darmkokzidiose) oder der Gallengänge (Leberkokzidiose) schmarotzen.
Sie entwickeln sich in einem mehrphasigen, komplizierten Zyklus,
an dessen Ende sogenannte Oocysten mit dem Kot ausgeschieden werden.
Diese reifen innerhalb von ein bis sechs Tagen in der Einstreu
und werden dann als infektionstüchtige Stadien von den Tieren
aufgenommen. Für Jungtiere stellt das verschmutzte Gesäuge der
Häsin eine gefährliche Infektionsquelle dar.
Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent
infiziert, das heißt sie scheiden die Erreger in großen Mengen
aus, ohne selbst zu erkranken. Kommt es jedoch zu einer Belastung
der Tiere durch Infektionen, Transportstreß oder Fütterungsfehler,
bricht die Erkrankung aus.
Bei geringgeradigem Befall verläuft die Erkrankung symptomlos.
Sind aber ausgedehnte Darmschleimhautbezirke durch die Kokzidienbesiedlung
entzündet, kann die Nahrung nicht mehr richtig verdaut und ausgenutzt
werden. Die erkrankten Tiere verlieren an Gewicht und leiden unter
schleimigem bis blutigem Durchfall. Ist die Darmflora geschädigt,
können sich auch bakterielle Infektionen ausbreiten, die mit starker
Gasbildung im Darm einhergehen. Jungtiere erkranken am schwersten.
Unter ihnen kann die Sterblichkeitsrate bis 100 Prozent betragen.
Bei der Leberkokzidiose steht eine ausgedehnte Entzündung der
Gallengänge und eine Leberschwellung im Vordergrund. Damit verbunden
ist eine schwere Störung des Allgemeinbefindens. Die Tiere magern
ab, Durchfälle sind aber selten. Bei dieser Form der Kokzidiose
sind ältere Tiere stärker betroffen als Jungtiere. Nach einem
Krankheitsverlauf von mehreren Wochen kann auch die Leberkokzidiose
tödlich enden.
Durch mikroskopische Kotuntersuchung weist der Tierarzt die Erkrankung
nach. Zur Therapie werden Sulfonamidpräparate eingesetzt. Der
Infektionskreislauf muß durch gründliche Käfighygiene und Desinfektion
unterbrochen werden. In größeren Beständen verhindern Bodenlaufgitter,
daß infektiöser Kot oder infizierte Einstreu aufgenommen wird.
Die in der Heimtierhaltung übliche Einstreu muß täglich ausgewechselt
werden. Eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser
tötet Oocysten zuverlässig ab.
Die in die Umwelt abgegebenen Oocysten sind sehr widerstandsfähig,
so daß die Einschleppung in einen kokzidienfreien Bestand nicht
nur über zugekaufte Tiere, sondern auch über Frischfutter und
mangelhaft gereinigte Futternäpfe und Käfige erfolgt. Größtmögliche
Sauberkeit ist zur Vorbeugung besonders wichtig. Grünfutter und
Heu sollten grundsätzlich nicht mit der Einstreu in Berührung
kommen und über Futterraufen angeboten werden.
Für neu zugekaufte Tiere empfiehlt sich zunächst die Unterbringung
in einem separaten Käfig, bis eine Kotuntersuchung die Kokzidienfreiheit
bestätigt oder eine erfolgreiche Behandlung durchgeführt ist.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Vorsicht Hitzestau!
Wenn sich das Thermometer jenseits der 25-Grad-Grenze einpendelt
und die Sonne erbarmungslos niederbrennt, fühlen sich doch nur
eingefleischte Sonnenanbeter in ihrem Element. Unsere Haustiere
gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Fehlt ein kühleres
Schattenplätzchen oder ist die Frischluftzufuhr oder das Trinkwasserangebot
nicht ausreichend, entsteht in den kleinen Tierkörpern ein Wärmestau,
der dann rasch die Symptome eines Hitzschlags nach sich zieht.
Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln sind erste Alarmzeichen,
die vom Tierbesitzer sofortiges Handeln verlangen. Bringen Sie
Ihr Tier in den Schatten, besser noch in einen kühleren Innenraum,
bieten Sie frisches Trinkwasser an und sorgen Sie für Frischluft.
Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewußtlosigkeit besteht akute Lebensgefahr.
Bedecken Sie das Tier mit feucht-kalten Tüchern und bringen Sie
es schnellstmöglich zum Tierarzt. Achten Sie beim Transport auf
ausreichende Luftzirkulation.
Hitzschlaggefährdet sind vor allem ältere Hunde und Katzen, besonders
wenn sie bereits ein Herzleiden haben, sowie hochträchtige und
ganz junge Tiere. Sie sollten nicht der sengenden Mittagshitze
ausgesetzt werden. Körperliche Aktivitäten sollten auch bei robust
erscheinenden Tieren auf die kühleren Tageszeiten verlegt werden.
Zu den häufigsten Hitzeopfern gehören Kaninchen, Meerschweinchen
und Ziervögel, deren Käfige oder Freigehege im Laufe des Tages
der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Der Käfigstandort
muß so gewählt werden, daß permanent eine natürliche Schattenquelle
zur Verfügung steht. Die handelsüblichen kleinen Schutzhäuschen
aus Sperrholz sind als alleinige Schattenspender nicht ausreichend.
Weit verbreitet ist zudem der Irrglaube, Kaninchen und Meerschweinchen
benötigen kein Trinkwasser. Dieser Irrtum kann im Hochsommer für
die Tiere tödliche Folgen haben.
Erhöhte Hitzschlaggefahr droht allen Tieren, die in diesen Tagen
im Auto transportiert werden müssen. Autofahrten mit Haustieren
erfordern daher sorgfältige Vorbereitung. Planen Sie für längere
Autofahrten die kühleren Tages- oder Nachtzeiten ein. Ergänzen
Sie Ihr Reisegepäck um einen ausreichenden Vorrat an Trinkwasser
und mehrere, möglichst helle Tücher, die bei Sonneneinstrahlung
angefeuchtet werden und als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive
Käfigabdeckung dienen können. Vermeiden Sie auch kürzere Transportfahrten,
wenn der Wagen durch längeres Stehen überhitzt ist und lassen
Sie Ihr Tier auch nicht für kurze Zeit im geparkten Fahrzeug zurück.
Offene Fensterspalten sind bei hochsommerlichen Temperaturen kein
ausreichender Klimaschutz.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Staupe auf dem Vormarsch
Extra-Information zum Thema Staupe
Bis in die späten sechziger Jahre hinein war die Staupe auf dem
Gebiet der damaligen Bundesrepublik eine häufige Infektionskrankheit
bei Hunden. Erst durch konsequente Impfungen verlor diese Erkrankung
ihren Schrecken und galt in den letzten Jahren als quasi ausgerottet.
In den letzten Monaten geisterte sie dann aber wieder massiv durch
die Presse. Schnell war das Bild einer "neuen Hundepest" gemalt
und Tierhalter wie Züchter nachhaltig verunsichert. Was steckt
nun hinter dieser Hysterie?
In der Tat sind in den letzten sechs bis acht Monaten bundesweit
vermehrt Fälle von Hundestaupe aufgetreten Die Ursachen hierführ
sind derzeit noch nicht eindeutig geklärt. In der Diskussion sind
Tierimporte aus dem osteuropäischen Raum, eine zunehmende Impfmüdigkeit
oder eine spontane Änderung der in der freien Natur vorkommenden
Virusstämme, gegen die unsere bisher verwendeten Impfstoffe möglicherweise
keinen vollständigen Schutz bieten. Sicher ist bisher nur, daß
die Krankheit wieder beobachtet wird. Ein Grund zur Hysterie besteht
aber nicht. Dennoch ist Vorsicht geboten. An der Staupe erkranken
neben Hunden, vor allem Nerze, Wiesel, Frettchen, Marder, Robben
und Kleinbären. Im Verlauf der Infektionen treten verschiedene
Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfälle, eitriger Nasen- und
Augenausfluß, Hirnhautentzündungen mit Muskelkrämpfen und schließlich
eine übermäßige Verhornung der Nase und der Zehballen auf. Erkrankte
Tiere können die einzelnen Symptome allein oder in verschiedenen
Kombinationen durchleiden. Die Behandlung einer Staupeinfektion
ist schwierig und ihr Erfolg hängt weitgehend von den betroffenen
Organsystemen ab. Die Aussichten auf Ausheilung einer Nervenstaupe
sind gering.
Vor diesem Hintergrund kommt einer vorbeugenden Impfung gegen
Staupe eine besondere Bedeutung zu. In den letzten Jahren wurde
immer häufiger dazu übergegangen, gegen Staupe nur alle zwei Jahre
zu impfen, da unter normalen Bedingungen der Impfschutz etwa solange
besteht. Manche Tierhalter haben auf die Impfung ganz verzichtet
oder nur Welpen geimpft. In Zeiten eines erhöhten Infektionsrisikos
sollte aber wieder auf einen lückenlosen Impfschutz geachtet werden.
Dies beinhaltet eine Impfung der Welpen im Alter von sieben bis
acht Wochen mit einer Wiederholungsimpfung nach vier Wochen. Nur
dieses, als Grundimmunisierung bezeichnete zweimalige Impfen der
Welpen garantiert einen belastbaren Impfschutz. Damit dieser Schutz
aufrechterhalten bleibt, sind jährlich Auffrischungen notwendig.
Besteht ein besonderes Infektionsrisiko, können Welpen vor Erreichen
des Mindestimpfalters oder kranke Tiere, die nicht geimpft werden
können, durch die Injektion eines Immunserums geschützt werden.
Diese als passive Immunisierung bezeichnete Injektion ersetzt
aber nicht die aktive Impfung. Und nur die veranlaßt das Immunsystem
zur Bildung von Antikörpern, die das Tier dann vor einer Staupeinfektion
schützen. Schauen Sie in den Impfpapieren nach, wann Ihr Hund
zuletzt gegen Staupe geimpft wurde. Ist die Impfung älter als
12 Monate, sollte zur Sicherheit nachgeimpft werden. Achten Sie
auch beim Kauf oder bei der Übernahme eines Hundes darauf, daß
das Tier ordnungsgemäß geimpft wurde. Im Zweifelsfalle fragen
Sie den Tierarzt und lassen die Impfungen gegebenenfalls nachholen.
Bei Tieren, die aus dem Ausland eingeführt werden, vergewissern
Sie sich, ob eine amtstierärztliche Einfuhruntersuchung durchgeführt
wurde. Auch bei Einfuhren, die nicht aus dem osteuropäischen Raum
stammen oder bei der Übernahme eines Tieres aus einer einheimischen
Zucht ist eine Untersuchung immer ratsam.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Vorsicht Hautpilze!
Fast alle Haus- und Nutztierarten können von Hautpilzen befallen
werden. Die mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich im Fell
und auf der Haut an und erzeugen Tausende von Pilzsporen, die
der Weiterverbreitung dienen. Sowohl durch direkten Kontakt als
auch durch Pflegeutensilien, Futtermittel, Decken und andere Gegenstände
kann die Erkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen
und vom Menschen aufs Tier übertragen werden.
Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen
kreisrunde haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in
Ohrnähe oder an den Gliedmaßen. Sie sind mit Schuppen oder Borken
belegt und zur geschlossenen Felldecke hin mit einem roten, entzündeten
Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem
Juckreiz verbunden sein.
An derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien leichtes
Spiel und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren. Darüber
hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart,
Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen.
Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig
tierärztlich untersucht werden. Da auch nicht übertragbare Hautkrankheiten
vergleichbare Krankheitsbilder zeigen können, ist zur Diagnose
in aller Regel eine Laboruntersuchung erforderlich.
Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit einem rötlichen, linsengroßen
schuppigen und juckenden Fleck, meist an Unterarmen, Beinen oder
im Gesicht, der nach außen wächst, während die Mitte abheilt.
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entstehen zahlreiche solcher
Herde, die landkartenartig zusammenfließen können. Am behaarten
Kopf können rundliche, kahle, grauweiß beschuppte Flecken entstehen.
Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen pilz- und sporenabtötende
Salben, Lotionen, Sprühlösungen und Tabletten zur Verfügung. Die
Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Vorbeugend sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit hauterkrankten
Tieren geachtet werden.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Verdauungsstörungen bei Meerschweinchen und Kaninchen
Kaninchen und Meerschweinchen sind empfindliche Kostgänger
Als Pflanzenfresser besitzen Meerschweinchen und Kaninchen ein
hochkompliziertes Verdauungssystem, das dem des Pferdes vergleichbar
und ebenso störanfällig ist. Die Tiere haben einen nur schwach
bemuskelten Magen, der zum Weitertransport der Nahrung in den
Darm nur wenig beitragen kann. Daher muß ständig Nahrung aufnenommen
werden, damit das nachdrängende Futter den Nahrungsbrei in den
Darm weiterschieben kann. Der Dünndarm, in dem ein überwiegend
enzymatischer Verdauungsprozess stattfindet, ist mit drei Metern
beim Kaninchen bzw. eineinhalb Metern beim Meerschweinchen extrem
lang. Ein großer Blinddarm beherrbergt unzählige Mikroorganismen,
die die mit der Nahrung aufgenommene Rohfaser durch Vergährung
aufschließen. Im Grimmdarm wird dem Verdauungsbrei Wasser entzogen.
So entstehen die arttypischen Kotbällchen, die der Enddarm ausscheidet.
Ist die Nahrungsaufnahme der Tiere behindert, die Bewegung ihres
Darmes einschränkt, die Bildung und Abgabe von Verdauungsenzymen
gestört oder die Zusammensetzung des Darminhaltes verändert, führt
dies innerhalb kürzester Zeit zu Verdauungsstörungen. In deren
Folge können auch Herz, Kreislauf und Atmung beeinträchtigt werden.
Besonders dramatisch verlaufen die akuten Magenblähungen und Magenüberladungen.
Sie machen sich durch Unruhe der Tiere und Nahrungsverweigerung
bemerkbar. Als Zeichen starker Schmerzempfindung knirschen die
Tiere mit den Zähnen. Ihre Bauchdecken sind stark gespannt. Im
weiteren Verlauf kommt es zu Atemnot und Kreislaufversagen.
Die Magenblähung oder Trommelsucht wird hauptsächlich durch Verfütterung
leicht gärfähiger Futtermittel ausgelöst. Dazu gehört feuchtes
oder selbsterhitztes Grünfutter, Kohlgewächse, zu kaltes oder
angefaultes Futter. Die Magenüberladung entsteht, wenn sich die
Tiere an nicht rationiertem, quellfähigem Kraftfutter überfressen.
Zur Rettung solcher Patienten ist Eile geboten. Die volksübliche
Bauchschmerzbehandlung mit Wärmeflasche darf hier keinesfalls
Anwendung finden. Die Wärme würde eventuelle Gärprozesse noch
zusätzlich anregen. Sofortiger Futter- und Einstreuentzug, Verabreichung
von Tierkohle an geblähte Tiere und vorsichtige Bauchmassage sind
die angemessenen Notmaßnahmen, die vom Tierbesitzer eingeleitet
werden können. Aufgabe des sofort verständigten Tierarztes ist
es, durch krampflösende, schmerzstillende, kreislaufstabilisierende
und gasbindende Medikamente die lebensbedrohende Situation zu entspannen.
Zur Vorbeugung ist es wichtig, nur einwandfreies und gut temperiertes
Saftfutter anzubieten und die Tiere, besonders im Frühjahr, langsam
und in kleinsten Rationen an frisches Grünfutter zu gewöhnen.
Auf die gleiche Weise kann auch die Verträglichkeit von Kohlgewächsen
erreicht werden. Vorsicht bei jungem Klee! Er wird von den Tieren
gierig aufgenommen, ist aber stark gärfähig.
Gutes Heu und frisches Wasser müssen zur freien Aufnahme ständig
zur Verfügung stehen, während Körnerfutter auf zwei Eßlöffel pro
Tier und Tag rationiert werden sollte.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
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