
Ratgeber Gesundheit (Hund)
- Vorsicht Frostschutzmittel!
- Verhütung bei Hund oder Katze
- Zecken als Infektionsüberträger
- Fuchsbandwurm
- Der Hund im Alter
- Zahnhygiene beim Haustier
- Gesäugetumore bei der Hündin
- Vorsicht Hitzestau!
- Futtermittel für Hund und Katze
- Der zuckerkranke Hund
- Staupe auf dem Vormarsch
- Auch Hundeherzen werden krank
- Vorsicht Hautpilze!
- Flohzirkus
- Die scheinträchtige Hündin
- Impfungen bei Hund und Katze
- Tollwut
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Vorsicht Frostschutzmittel!
Tödlicher Cocktail für Hund und Katze
Jeder Autofahrer kennt es: Glysantin, das Frostschutzmittel für
die Scheibenwaschanlage. Was aber kaum jemand weiß: beim Einfüllen
großzügig verschüttet oder im offenen Behälter in der Garage stehend,
kann es zum tödlichen Cocktail für Hund und Katze werden. Es enthält
Ethylenglycol, eine geruchlose, süßlich schmeckende Substanz,
die insbesondere für naschhafte Katzen aber auch für Hunde eine
Verlockung darstellt. Nur wenige Milliliter genügen, um einen
oft tödlichen Vergiftungsmechanismus in Gang zu setzen. Aufgeschlecktes
Ethylenglycol führt im Körper zur Bildung von Kristallen, die
hauptsächlich Nieren und Gehirngefäße schädigen. Schwere Nierenschäden
oder tödliches Nierenversagen sind die Folge. Vergiftungsanzeichen
werden abhängig von der Giftmenge ein bis sechs Stunden nach der
Giftaufnahme erkennbar. Im Akutfall reichen sie von torkelndem
Gang über Erbrechen, beschleunigte Atmung und Krämpfe bis hin
zur Bewußtlosigkeit.
Bei schleichendem Verlauf sind vermehrter Durst und Harnabsatz
die nur wenig charakterischen Merkmale. Erste Hilfe kann bereits
vom Tierbesitzer geleistet werden durch Eingabe von Kohletabletten,
die die Aufnahme des Giftes vom Darm in den Körper verzögern.
Wie bei jeder Vergiftung ist tierärztliche Hilfe schnellstens
erforderlich. Die Überlebenschance solcher Patienten ist umso
größer je kürzer die Zeitspanne zwischen Giftaufnahme und Behandlung
ist. Durch Brechmittelgaben oder Magenspülung verhindert der Tierarzt,
daß größere Giftmengen in den Blutkreislauf gelangen. Infusionen
halten die Nierenfunktion aufrecht und beschleunigen die Giftausscheidung.
Vor allem aber benötigen solche Tiere ein Gegenmittel: Alkohol.
In Vene oder Bauchraum injiziert ist er in diesem Fall - medizinisch
gesehen - eher zum Nutzen als zum Schaden des Organismus.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Verhütung bei Hund oder Katze
Operation, Pille oder Injektion
Wer eine Hündin oder Kätzin hält, wird früher oder später entscheiden
müssen, ob er bei seinem Tier das Risiko einer unerwünschten Trächtigkeit
in Kauf nimmt oder Maßnahmen ergreifen möchte, die den Sexualzyklus
vorübergehend oder entgültig unterbinden. Hündinnen werden in
der Regel zweimal im Jahr läufig. Das ist der Zeitabschnitt des
Sexualzyklus, in dem die Hündin gedeckt werden kann. Bei Kätzinnen
tritt die sogenannte Rolligkeit mehrmals jährlich in Abhängigkeit
von der Tageslichtlänge ein. Freilebende Katzen können zwei- bis
dreimal pro Jahr tragend werden. Während sich bei Hündinnen operative
und medikamentelle Verhütungsmethoden die Waage halten, wird bei
Kätzinnen überwiegend durch eine Operation verhütet.
Entgegen der landläufigen Meinung, daß weibliche Tiere sterilisiert
und männliche Tiere kastriert werden, liegt der Unterschied nicht
im Geschlecht des Tieres, sondern in der Art des operativen Eingriffs.
Bei der Sterilisation wird die Passage der Keimzellen unterbrochen,
indem beim männlichen Tier der Samenstrang, beim weiblichen Tier
der Eileiter durchtrennt wird. Bei der Kastration werden die Keimzell-produzierenden
Organe entfernt, also die Eierstöcke beim weiblichen Tier beziehungsweise
die Hoden beim männlichen Tier. In der tierärztlichen Praxis wird
üblicherweise kastriert, da diese Methode den Sexualzyklus endgültig
und sicher unterbindet.
Bei freilaufenden Kätzinnen ist die Kastration die bestmögliche
präventive Maßnahme, um einer ungewollten Flut von wilden Katzenwelpen
Einhalt zu gebieten. Die Tierschutzvereine werben regelmäßig für
diesen operativen Eingriff. Das Operationsrisiko ist sehr gering,
die äußere Naht von ein bis zwei Zentimetern Länge heilt innerhalb
weniger Tage.
Bei Hündinnen wird neben den Eierstöcken meist noch die Gebärmutter,
die bei dieser Tierart sehr zu Entzündungen neigt, entfernt. Auch
hier ist der Operations- und Heilungsverlauf meist komplikationslos.
Allerdings sind bei der Hündin Nebenwirkungen möglich, die zum
Teil rasseabhängig sind. Hier wird der Tierarzt im Einzelfall
beraten. Häufigste Nebenwirkung ist die Gewichtszunahme, die durch
Diät und ausreichende Bewegung vermeidbar ist.
Eine Alternative zur operativen Trächtigkeitsverhütung ist die
medikamentelle Verhütung mittels Hormonpräparaten. Diese werden
vom Tierbesitzer in Form von Tabletten regelmäßig eingegeben oder
als Injektion im Abstand von fünf bis sechs Monaten vom Tierarzt
verabreicht. Diese Art der Verhütung ist reversibel, das heißt,
nach Absetzen der Hormonzufuhr normalisiert sich der Sexualzyklus
wieder, so daß eine Trächtigkeit wieder möglich wird.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Zecken als Infektionsüberträger
Schutzmaßnahmen für Hund und Katze - zu Hause und im Urlaub
Von März bis Oktober haben sie in Deutschland Saison - Zecken
und ihre Entwicklungsstadien. In Gräsern, Büschen und Sträuchern
der Laub- und Mischwaldareale lauern sie auf eine Blutmahlzeit.
Ihre Opfer, Vögel, Säugetiere und den Menschen, schädigen sie
nicht allein durch Blutentzug. Bis zu 20 Prozent dieser Parasiten
sind mit dem Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose infiziert,
den sie beim Saugakt mit abgesondertem Speichel auf ihren Wirt
übertragen.
An der Lyme-Borrelliose, einer bakteriellen Infektion, können
Mensch und Hund erkranken. Gelenkentzündungen mit schmerzenden
Gliedmaßen und Bewegungsstörungen sowie zeitweiliges Fieber mit
gestörtem Allgemeinbefinden kennzeichnen das Krankheitsbild. Bei
Katzen sind die Krankheitsanzeichen noch wenig bekannt. Doch auch
ihr Abwehrsystem muß sich mit dem Erreger auseinandersetzen. Dies
zeigen Blutuntersuchungen, die auch zur Diagnose der Erkrankung
durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt bei Mensch und Tier
durch Antibiotika, die über mindestens 14 Tage verabreicht werden
müssen.
Zur Verminderung des Infektionsrisikos sollten Hunde und Katzen
nach jedem Freilauf gründlich abgesucht und von den drei bis vier
Millimeter großen, schwarz oder braun gefärbten Zecken befreit
werden. Haben die Blutsauger ihre Opfer erreicht, sind sie oft
mehrere Stunden auf der Wirtsoberfläche unterwegs, um eine geeignete
Ansaugstelle zu finden. Bevorzugt werden gefäßreiche, dünnhäutige
Stellen an Kopf, Hals, Schulter und Achsel. Auch bereits in der
Haut verankerte Zecken können noch erfolgreich an der Erregerübertragung
gehindert werden. Die Speichelsekretion beginnt frühestens zwei
Stunden nach dem Ansaugen. Mit einer speziellen Zeckenzange lassen
sich die Insekten erfassen und unter sanftem Zug aus der Haut
drehen. Keinesfalls sollte man sie zuvor mit Öl abtöten, denn
gerade im Todeskampf setzen Zecken ihren möglicherweise infektiösen
Speichel ab.
Neben der manuellen Zeckenabwehr kommen in der tierärztlichen
Praxis speziell gegen Zecken gerichtete Wirkstoffe zur Anwendung.
Diese Arzneimittelzubereitungen in Form von Halsbändern, Puder,
Spray, Tropflösung oder Badeflüssigkeit können Haustiere in zeckenreichen
Arealen wirksam schützen.
Wer mit seinem Hund eines der Mittelmeerländer, Norditalien, die
Südschweiz oder Ungarn bereisen will, sollte die Zeckenbekämpfung
ganz oben auf den Urlaubsplaner setzen. In diesen Ländern wird
der Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen. Im Mittelmeerraum
ist zudem eine Doppelinfektion mit dem Erreger der Ehrlichiose
möglich. In beiden Fällen handelt es sich um Blutparasiten, die
ein bis drei Wochen nach der Übertragung Fieberschübe mit gestörtem
Allgemeinbefinden, Blutarmut und Blutharn auslösen können. Im
fortgeschrittenen Krankheitsstadium entsteht Blutarmut. Treten
solche Krankheitszeichen nach einer Urlaubsreise auf, sollte der
behandelnde Tierarzt auf den vorangegangenen Auslandsaufenthalt
aufmerksam gemacht werden.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Fuchsbandwurm
Infektionsgefahr für Mensch und Haustier
Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt.
Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen
sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch
betroffen sein.
Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt
im Dünndarm seines Endwirtes. Wie alle Bandwürmer braucht er einen
Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht.
Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich
in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt
beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem
Kot Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen die Eier mit
ihrer Pflanzennahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten.
In den inneren Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die
Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager wiederum werden
vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne
in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen
Bandwurm entwickelt.
Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse fressen. Sie werden
dann genau wie der Fuchs zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm
parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie Darmentzündung, Durchfall,
Abmagerung oder stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem Wurmbefall
auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei Hund und Katze gewinnt dadurch
an Bedeutung, daß die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern
werden und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses - Ansteckungsquelle
für den Menschen sein kann.
Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu
infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein
Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt
weitergeben kann. In seinen Organen findet aber - wie bei echten
Zwischenwirten - eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber
und Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk von Schläuchen,
das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch
ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung
ist kaum möglich.
Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders wichtig. Bodennah
wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern
behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle
für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden.
Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist Hygiene der beste
Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der
Afterregion berührt haben, dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt
werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen
gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht
ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges
Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion
von Wurmeiern wird unterbrochen.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Der Hund im Alter
Mit zunehmendem Alter wird auch beim Hund die Leistungsfähigkeit
geringer, die Augen werden schlechter, das Gehör läßt nach und
auch die Nase ist nicht mehr das, was sie mal war. Dies ist ein
ganz normaler, durch Abnutzung der Organe bedingter Lebensvorgang.
Er tritt bei den einzelnen Hunden zeitlich sehr verschieden auf.
Kleine Rassen altern im allgemeinen etwas später und haben eine
höhere Lebenserwartung als große Rassen. Aber auch hier gilt:
keine Regel ohne Ausnahme.
Eine Reihe von Erkrankungen tritt vorwiegend bei älteren Tieren
auf. So findet man etwa Hodentumore vorwiegend bei Rüden, die
älter als acht Jahre sind. Gesäugetumore kommen gehäuft bei älteren
Hündinnen vor.
Ein nahezu ausschließlich beim älteren Rüden auftretendes Problem
stellen Analtumore dar. Diese Neubildungen wachsen rund um den
After bis an den Schwanzansatz und können kirsch- bis pflaumengroß
werden. In aller Regel sind sie gutartig, das heißt, sie bilden
kaum Metastasen und wachsen nicht infiltrierend in das umgebende
Körpergewebe ein.
Die oft rasch wachsenden Tumore führen bald zu einer Verengung
des Afters. Die Tiere leiden dann unter Kotabsatzschwierigkeiten.
Analtumore brechen sehr leicht auf und lassen eine Wundfläche
entstehen, die permanent infiziert wird und dadurch nur sehr schwer
wieder zuheilt. Da auch das Immunsystem des älteren Hundes in
seiner Wirkung nachläßt, besteht erhöhte Infektionsgefahr.
In diesem Stadium kann meist nur noch die chirurgische Entfernung
der Tumore helfen. Aber auch danach sind weitere Neubildungen
möglich. Da die Entstehung der Analtumore hormonabhängig ist,
kann der Tierarzt durch gegensteuernde Hormonpräparate eine Wachstumsverlangsamung
erreichen. Auch eine Kastration wirkt sich günstig aus.
Wichtig für den Hundebesitzer ist die regelmäßige Kontrolle der
Analregion beim Rüden um ein beginnendes Tumorwachstum im Anfangsstadium
zu bemerken. Je früher der Tierarzt eine Behandlung beginnen kann,
um so größer sind auch hier die Erfolgschancen.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Zahnhygiene beim Haustier
Zahnhygiene sollte nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei
unseren Haustieren eine Selbstverständlichkeit sein. Leider bemerken
viele Hunde- und Katzenbesitzer Zahnprobleme bei ihrem Tier erst
dann, wenn ihr Schützling durch starken Mundgeruch auf sich aufmerksam
macht oder das Futter verweigert. In diesem Stadium sind dann
bereits millimeterstarke Zahnbeläge und massive Zahnfleischentzündungen
anzutreffen.
Für uns Menschen ist es selbstverständlich, ein- bis zweimal im
Jahr zur Vorbeuge und Kontrolle den Zahnarzt aufzusuchen. Auch
bei Hunden und Katzen sollte eine jährliche Gebißkontrolle zur
Norm gehören. Die lästige und durch ihre Folgen auch schmerzhafte
Zahnsteinbildung kann dadurch schon im Anfangsstadium beseitigt
werden.
Zahnstein zeigt sich als gelb-brauner, rauher Belag auf den Zähnen.
Als Vorstufe bildet sich ein weicher Plaque, der aus Speichelbestandteilen,
Futterresten und Bakterien besteht. Darin lagern sich Mineralien
ein, die zu einer extremen Verhärtung des Zahnbelages führen.
Schreitet die Zahnsteinbildung fort, entzündet sich das Zahnfleisch,
später erkrankt auch das Zahnbett, da sich der Zahnstein unter
das Zahnfleisch schiebt. In diesem Stadium fallen die Tiere durch
unangenehmen Mundgeruch auf. Nachfolgend kommt es zu Eiterungsprozessen
und einer schmerzhaften Lockerung der Zähne. Der rauhe Zahnsteinbelag
führt an den Backenseiten der hinteren Zähne zu einer ständigen
Reibung mit der Backenschleimhaut. Diese wird verletzt, entzündet
sich und wird ebenso wie das verletzte Zahnfleisch zu einer idealen
Eintrittspforte für Krankheitserreger. Bakterien gelangen auf
diese Weise leicht in die Blutbahn und können sich vorwiegend
an den Herzklappen und in den Nieren in Form von Abszessen festsetzen.
Offensichtlich haben manche Tiere eine besondere Veranlagung zur
Zahnsteinbildung, da bei gleicher Fütterung die Zahnsteinbildung
ganz unterschiedlich auftritt. Vorbeugend sollte auf eine ausgewogene
Ernährung geachtet werden. Neben dem gewohnten Fertigfutter kann
ein Angebot von rohem Gemüse, Büffelhautknochen oder getrockneten
Schweineohren den Kautrieb befriedigen und gleichzeitig Zähne
und Zahnfleisch kräftigen.
Die Zahnsteinentfernung wird genau wie beim Menschen mit einem
Ultraschallgerät durchgeführt. Allerdings lassen sich unsere Vierbeiner
diese Prozedur nur unter Narkose gefallen. Durch die heute zur
Verfügung stehenden Kurznarkosemittel ist der Eingriff auch für
Risikopatienten weitgehend ungefährlich. Nach der gründlichen
Entfernung der Zahnbeläge schließt sich eine Politur des aufgerauhten
Zahnschmelzes an, der eine all zu rasche Zahnsteinneubildung verhindert.
Gleichzeitig kann der Tierarzt feststellen, ob noch weitere Zahndefekte
vorliegen, wie etwa durch Karies verursachte Löcher, die eine
weitere zahnärztliche Behandlung erforderlich machen.
Bei regelmäßiger Zahnkontrolle kommt es meist gar nicht erst soweit.
Bis ins hohe Alter ist es dadurch möglich, dem Hund gesunde und
auch schöne Zähne zu erhalten. Wir wollen nicht vergessen: die
"dritten Zähne" gibt es nur für den Menschen.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Gesäugetumore bei der Hündin
Gewebeneubildungen sind bei älteren Hunden keine Seltenheit. Am
meisten verbreitet sind Tumore in der Milchdrüse älterer Hündinnen.
Die schmerzlosen, derben Gewebebezirke sind durch das Drüsengewebe
deutlich fühlbar. Die zunächst kleinen Knötchen können bis zur
Größe einer Faust anwachsen.
Ob ein Tumor gut- oder bösartig sind, kann definitiv nach der
mikroskopischen Untersuchung einer Gewebeprobe gesagt werden.
Jedoch gibt es bereits rein äußerliche Kriterien, die eine grobe
Einordnung zulassen. Im allgemeinen können kleine, über Monate
oder Jahre wachsende Tumore, die unter der Haut leicht verschiebbar
sind, als gutartig beurteilt werden. Bösartige Tumore wachsen
meist schnell, sind mit der Gewebeumgebung verwachsen und können
eine zu Blutungen neigende Oberfläche aufweisen. Sie verbreiten
sich auf dem Blutweg auch in andere Organe und können dort Metastasen
bilden.
In der Tiermedizin ist es üblich, Gesäugetumore chirurgisch zu
behandeln. Sind mehrere Gesäugekomplexe betroffen, muß das Gewebe
großzügig, manchmal sogar die ganze Gesäugeleiste entfernt werden.
Vorteilhaft ist, wenn Tumorpatientinnen in einem frühen Stadium
der Erkrankung vorgestellt werden. So kann der Tierarzt durch
regelmäßige Kontrolle des Tumorwachstums den Operationszeitpunkt
ermitteln, der eine möglichst gewebeschonende und gleichzeitig
vollständige Entfernung des Tumors erlaubt.
Vorbeugend sollte bei älteren Hündinnen regelmäßig jede einzelne
Brustdrüse und ihre Umgebung abgetastet werden, um Gewebeneubildungen
frühzeitig zu erkennen. Wie in der Humanmedizin empfiehlt sich
auch bei Tierpatientinnen eine Vorsorgeuntersuchung im Abstand
von sechs Monaten und zusätzlich die regelmäßige Kontrolle durch
den Tierbesitzer. Leider glauben immer noch viele Hundehalter
eine Trächtigkeit könne die Bildung von Gesäugetumoren verhindern.
Dies ist jedoch nicht zutreffend. Einzige Möglichkeit, das Risiko
für Gesäugetumoren drastisch (um 85 bis 75 Prozent!) zu reduzieren,
ist die frühzeitige Kastration vor der ersten, spätestens vor
der zweiten Läufigkeit.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Vorsicht Hitzestau!
Wenn sich das Thermometer jenseits der 25-Grad-Grenze einpendelt
und die Sonne erbarmungslos niederbrennt, fühlen sich doch nur
eingefleischte Sonnenanbeter in ihrem Element. Unsere Haustiere
gehören in der Regel nicht zu dieser Gruppe. Fehlt ein kühleres
Schattenplätzchen oder ist die Frischluftzufuhr oder das Trinkwasserangebot
nicht ausreichend, entsteht in den kleinen Tierkörpern ein Wärmestau,
der dann rasch die Symptome eines Hitzschlags nach sich zieht.
Abgeschlagenheit, Unruhe oder Taumeln sind erste Alarmzeichen,
die vom Tierbesitzer sofortiges Handeln verlangen. Bringen Sie
Ihr Tier in den Schatten, besser noch in einen kühleren Innenraum,
bieten Sie frisches Trinkwasser an und sorgen Sie für Frischluft.
Bei Krämpfen, Atemnot oder gar Bewußtlosigkeit besteht akute Lebensgefahr.
Bedecken Sie das Tier mit feucht-kalten Tüchern und bringen Sie
es schnellstmöglich zum Tierarzt. Achten Sie beim Transport auf
ausreichende Luftzirkulation.
Hitzschlaggefährdet sind vor allem ältere Hunde und Katzen, besonders
wenn sie bereits ein Herzleiden haben, sowie hochträchtige und
ganz junge Tiere. Sie sollten nicht der sengenden Mittagshitze
ausgesetzt werden. Körperliche Aktivitäten sollten auch bei robust
erscheinenden Tieren auf die kühleren Tageszeiten verlegt werden.
Zu den häufigsten Hitzeopfern gehören Kaninchen, Meerschweinchen
und Ziervögel, deren Käfige oder Freigehege im Laufe des Tages
der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Der Käfigstandort
muß so gewählt werden, daß permanent eine natürliche Schattenquelle
zur Verfügung steht. Die handelsüblichen kleinen Schutzhäuschen
aus Sperrholz sind als alleinige Schattenspender nicht ausreichend.
Weit verbreitet ist zudem der Irrglaube, Kaninchen und Meerschweinchen
benötigen kein Trinkwasser. Dieser Irrtum kann im Hochsommer für
die Tiere tödliche Folgen haben.
Erhöhte Hitzschlaggefahr droht allen Tieren, die in diesen Tagen
im Auto transportiert werden müssen. Autofahrten mit Haustieren
erfordern daher sorgfältige Vorbereitung. Planen Sie für längere
Autofahrten die kühleren Tages- oder Nachtzeiten ein. Ergänzen
Sie Ihr Reisegepäck um einen ausreichenden Vorrat an Trinkwasser
und mehrere, möglichst helle Tücher, die bei Sonneneinstrahlung
angefeuchtet werden und als kalte Kompressen oder verdunstungsaktive
Käfigabdeckung dienen können. Vermeiden Sie auch kürzere Transportfahrten,
wenn der Wagen durch längeres Stehen überhitzt ist und lassen
Sie Ihr Tier auch nicht für kurze Zeit im geparkten Fahrzeug zurück.
Offene Fensterspalten sind bei hochsommerlichen Temperaturen kein
ausreichender Klimaschutz.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Futtermittel für Hund und Katze
Hund und Katze zählen zu den Fleischfressern, den Carnivoren.
Diese Bezeichnung ist jedoch insofern irreführend, als nicht nur
das Fleisch der Beutetiere gefressen wird, sondern das gesamte
Beutetier "mit Haut und Haaren" als Nahrungsquelle dient. Auf
diese Weise werden alle lebenswichtigen Nährstoffe mit der Beute
aufgenommen. Dazu zählen unter anderem die im Fell und den Knochen
enthaltenen Mineralstoffe sowie pflanzliche Bestandteile, die
in der Regel im Magen der Beutetiere zu finden sind.
Eine Futterration, die nur aus Fleisch besteht ist demnach nicht
als vollwertig anzusehen. Der Energiebedarf von Hund und Katze
im Erhaltungsstoffwechsel variiert erheblich und ist abhängig
vom Lebensalter, der Bewegungsintensität, der Haarlänge und -dichte,
vom Umfang der Fettpolster in der Unterhaut, den Haltungsbedingungen
und bei weiblichen Tieren auch von einer eventuellen Trächtigkeit.
Als Fertigfuttermittel stehen drei Kategorien zur Verfügung: Feuchtfutter
mit einem Wassergehalt von 70 bis 80 Prozent, das in Dosen oder
Schalen angeboten wird; Trockennahrung, der bis zu 90 Prozent
des Wassergehaltes entzogen wurde und die in Form von Flocken
oder Pellets im Handel ist; Halbfeuchtfutter, dessen Wassergehalt
durch Hinzufügen von wasserbindenden Stoffen zwischen 14 und 30
Prozent liegt und das zu elastischen stang-, ring- oder würfelförmigen
Produkten verarbeitet wird.
Alle drei Kategorien sind ernährungsphysiologisch ausgewogene
Alleinfuttermittel, die sich hauptsächlich im Wassergehalt (der
teuer mitbezahlt werden muß) unterscheiden. Daneben gibt es eine
Reihe von sogenannten Ergänzungsfuttermitteln, die, wenn sie eiweißreich
sind (z.B. Trockenfleisch) mit Getreide in Form von Haferflocken
oder Reis ergänzt werden müssen, oder wenn sie kohlenhydratreich
sind (z.B. Getreideflocken) zum Vermischen mit Fleisch oder Schlachtabfällen
gedacht sind, um eine vollwertige Mahlzeit zu ergeben.
Wie gerne ein bestimmtes Futtermittel von Hund oder Katze angenommen
wird, hängt von verschiedenen Sinneseindrücken wie Geruch und
Geschmack ab. In der Beliebtheitsskala rangiert in der Regel das
Feuchtfutter vor dem Halbfeuchtfutter und der Trockennahrung.
Dies liegt hauptsächlich daran, daß in Feuchtnahrung die appetitfördernden
Geruchs- und Geschmacksstoffe eher wirksam werden.
Nahezu unüberschaubar ist das Angebot an sogenanntem Beifutter.
Es ist in Form von Bisquits, Streifen, Brocken, Röllchen usw.
erhältlich und für die Tiere besonders wohlschmeckend. Dies bedeutet
jedoch keinesfalls, daß es besonders "gesund" ist oder als Alleinfutter
verabreicht werden sollte. Es eignet sich als Belohnungshappen
zur Erziehungshilfe oder um den Kautrieb zu befriedigen. In der
täglichen Energiebilanz müssen solche Beigaben berücksichtigt
werden.
Ein Wort zur umstrittenen Knochenfütterung an Hunde. Stark splitternde
Knochen von Wild und Geflügel dürfen nicht verfüttert werden.
Aber auch die Verfütterung von Schweine- oder Rinderknochen birgt
Gefahren: Knochenteile oder ganze kleinere Knochen können, wenn
sie hastig abgeschluckt werden, in der Speiseröhre stecken bleiben
oder zu einem Darmverschluß führen. Häufige Begleiterscheinung
einer Knochenmahlzeit ist die Veränderung der Kotkonsistenz. Der
Kot wird "knochenhart" und kann nur unter Schmerzen oder schlimmstenfalls
gar nicht abgesetzt werden. Solche Tiere können dann nur noch
durch tierärztliche Hilfe von diesem Ballast befreit werden. Unbestritten
ist die gebißreinigende Wirkung von Knochengaben. Dieser Effekt
ist jedoch gefahrloser durch die Gabe von handelsüblichen Büffelhautknochen
zu erreichen.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Der zuckerkranke Hund
Lebensqualität dank Insulin
Als Volksleiden des Menschen ist sie wohl bekannt, die Zuckerkrankheit
Diabetes mellitus. Aber auch der Hund im mittleren bis höheren
Alter kann unter dieser Stoffwechselerkrankung leiden. Bei unkastrierten
Hündinnen wird sie viermal häufiger gesehen als bei Rüden. Pudel,
Dackel und verschiedene kleinere Terrierrassen sind stärker betroffen
als große Hunde.
Die Medizin kennt unterschiedliche Mechanismen, die zum Bild der
Zuckerkrankheit führen. Die beim Hund vorherrschende Form beruht
auf einem Insulinmangel und ist mit dem Jugenddiabetes des Menschen
vergleichbar.
Zucker ist der Hauptenergielieferant des Körpers. Er wird aus
den Kohlehydraten der Nahrung gewonnen. In Form von Glukose wird
er auf dem Blutweg den einzelnen Körperzellen als Energiequelle
zugeführt. Insulin heißt das Schlüsselhormon, das für den Transport
der Blutglukose in die Körperzellen sorgt.
Dem zuckerkranken Hund fehlt dieses Hormon in ausreichender Menge.
In seinem Blut steigt der Glukosegehalt zunehmend an. Schließlich
wird der wertvolle Energieträger sogar über den Harn ausgeschieden,
während die Körperzellen gleichzeitig in ein Energiedefizit geraten.
Als Folge entsteht eine schwere Stoffwechselentgleisung, die schlimmstenfalls
den Tod bedeuten kann.
Wird die Zuckerkrankheit frühzeitig erkannt, läßt sie sich in
der Regel durch Zufuhr von Insulin erfolgreich behandeln.
Erste Alarmzeichen, die der Hundebesitzer bei seinem Tier wahrnehmen
kann sind ein übersteigertes Trinkbedürfnis und vermehrtes Wasserlassen.
Der Körper versucht damit, den überschüssigen Blutzucker auszuscheiden.
Der gleichzeitig vorherrschende Energiemangelzustand ruft Heißhunger
hervor. Trotzdem nehmen die Tiere ab, da die zugeführte Energie
nicht genutzt werden kann. Das Fell wird stumpf, die Tiere ermüden
leicht. Häufig kommt es zum Erbrechen, bei dem Wasser und Körpersalze
verloren gehen. Eine bekannte Spätfolge ist die Linsentrübung,
die auf eine Ernährungsstörung des Organs zurückzuführen ist und
die zur Erblindung führt.
Die Therapie des Diabetes erfordert vom Hundebesitzer sehr viel
Disziplin und die Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit dem
Tierarzt. Der zuckerkranke Hund benötigt in aller Regel für den
Rest seines Lebens tägliche Insulininjektionen, die der Tierbesitzer
nach Anleitung des Tierarztes selbst verabreicht. Zusätzlich muß
eine strenge Diät nach einem festen Fütterungszeitplan eingehalten
werden. Wird diese Behandlung konstant und konsequent durchgeführt,
sichert sie die uneingeschränkte Lebensqualität des zuckerkranken
Hundes über Jahre hinaus.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Staupe auf dem Vormarsch
Extra-Information zum Thema Staupe
Bis in die späten sechziger Jahre hinein war die Staupe auf dem
Gebiet der damaligen Bundesrepublik eine häufige Infektionskrankheit
bei Hunden. Erst durch konsequente Impfungen verlor diese Erkrankung
ihren Schrecken und galt in den letzten Jahren als quasi ausgerottet.
In den letzten Monaten geisterte sie dann aber wieder massiv durch
die Presse. Schnell war das Bild einer "neuen Hundepest" gemalt
und Tierhalter wie Züchter nachhaltig verunsichert. Was steckt
nun hinter dieser Hysterie?
In der Tat sind in den letzten sechs bis acht Monaten bundesweit
vermehrt Fälle von Hundestaupe aufgetreten Die Ursachen hierführ
sind derzeit noch nicht eindeutig geklärt. In der Diskussion sind
Tierimporte aus dem osteuropäischen Raum, eine zunehmende Impfmüdigkeit
oder eine spontane Änderung der in der freien Natur vorkommenden
Virusstämme, gegen die unsere bisher verwendeten Impfstoffe möglicherweise
keinen vollständigen Schutz bieten. Sicher ist bisher nur, daß
die Krankheit wieder beobachtet wird. Ein Grund zur Hysterie besteht
aber nicht. Dennoch ist Vorsicht geboten. An der Staupe erkranken
neben Hunden, vor allem Nerze, Wiesel, Frettchen, Marder, Robben
und Kleinbären. Im Verlauf der Infektionen treten verschiedene
Symptome wie Fieber, Erbrechen, Durchfälle, eitriger Nasen- und
Augenausfluß, Hirnhautentzündungen mit Muskelkrämpfen und schließlich
eine übermäßige Verhornung der Nase und der Zehballen auf. Erkrankte
Tiere können die einzelnen Symptome allein oder in verschiedenen
Kombinationen durchleiden. Die Behandlung einer Staupeinfektion
ist schwierig und ihr Erfolg hängt weitgehend von den betroffenen
Organsystemen ab. Die Aussichten auf Ausheilung einer Nervenstaupe
sind gering.
Vor diesem Hintergrund kommt einer vorbeugenden Impfung gegen
Staupe eine besondere Bedeutung zu. In den letzten Jahren wurde
immer häufiger dazu übergegangen, gegen Staupe nur alle zwei Jahre
zu impfen, da unter normalen Bedingungen der Impfschutz etwa solange
besteht. Manche Tierhalter haben auf die Impfung ganz verzichtet
oder nur Welpen geimpft. In Zeiten eines erhöhten Infektionsrisikos
sollte aber wieder auf einen lückenlosen Impfschutz geachtet werden.
Dies beinhaltet eine Impfung der Welpen im Alter von sieben bis
acht Wochen mit einer Wiederholungsimpfung nach vier Wochen. Nur
dieses, als Grundimmunisierung bezeichnete zweimalige Impfen der
Welpen garantiert einen belastbaren Impfschutz. Damit dieser Schutz
aufrechterhalten bleibt, sind jährlich Auffrischungen notwendig.
Besteht ein besonderes Infektionsrisiko, können Welpen vor Erreichen
des Mindestimpfalters oder kranke Tiere, die nicht geimpft werden
können, durch die Injektion eines Immunserums geschützt werden.
Diese als passive Immunisierung bezeichnete Injektion ersetzt
aber nicht die aktive Impfung. Und nur die veranlaßt das Immunsystem
zur Bildung von Antikörpern, die das Tier dann vor einer Staupeinfektion
schützen. Schauen Sie in den Impfpapieren nach, wann Ihr Hund
zuletzt gegen Staupe geimpft wurde. Ist die Impfung älter als
12 Monate, sollte zur Sicherheit nachgeimpft werden. Achten Sie
auch beim Kauf oder bei der Übernahme eines Hundes darauf, daß
das Tier ordnungsgemäß geimpft wurde. Im Zweifelsfalle fragen
Sie den Tierarzt und lassen die Impfungen gegebenenfalls nachholen.
Bei Tieren, die aus dem Ausland eingeführt werden, vergewissern
Sie sich, ob eine amtstierärztliche Einfuhruntersuchung durchgeführt
wurde. Auch bei Einfuhren, die nicht aus dem osteuropäischen Raum
stammen oder bei der Übernahme eines Tieres aus einer einheimischen
Zucht ist eine Untersuchung immer ratsam.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Auch Hundeherzen werden krank
Herzerkrankungen spielen nicht nur beim Menschen eine erhebliche
Rolle, auch sein vierbeiniger Begleiter bleibt häufig nicht verschont.
Fast jedes zehnte Hundeherz ist funktionsgestört.
Während bei kleinen und mittelgroßen Hunderassen vorwiegend die
Herzklappen betroffen sind, lassen sich bei großen Hunden nicht
selten Herzmuskelerkrankungen nachweisen.
Dem Tierbesitzer bleibt die Erkrankung über einen langen Zeitraum
verborgen, denn das Herz ist in der Lage, seine Funktionsstörung
zunächst durch Mehrarbeit auszugleichen. Das aber hat zur Folge,
daß sich durch die zunehmende Herzbelastung die vorhandene Erkrankung
verschlimmert. Das Herz muß seine Pumpkraft erneut verstärken.
Ein Teufelskreis beginnt.
Erste Kreislaufschwächen in Form von Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
mangelnde Bewegungsfreude werden erst erkennbar, wenn das Hundeherz
seine eigene Schwäche nicht mehr kompensieren kann. Weitere typische
Alarmzeichen sind trockener Husten und Atemnot nach Belastung,
Freude, Erregung sowie nächtliche Hustenanfälle oder Würgereize.
Dann aber ist die Herzerkrankung bereits weit fortgeschritten.
Chronische Herzklappen- und Herzmuskelveränderungen sind nicht
heilbar. Durch kreislaufentlastende und herzstärkende Medikamente
kann nur das weitere Fortschreiten der Erkrankung gebremst werden.
Um so wichtiger ist die Frühdiagnose der meist um das fünfte Lebensjahr
auftretenden Herzerkrankungen. Routinemäßiges Abhören zum Beispiel
im Rahmen einer jährlichen Vorsorgeuntersuchung decken Funktionsstörungen
des Herzens frühzeitig auf. Ab einem Alter von fünf Jahren sollte
diese Untersuchung wegen erhöhter Erkrankungsrisiken halbjährlich
vorgenommen und durch eine jährliche EKG-Untersuchung ergänzt werden.
Bei frühzeitiger Diagnose genügen oft schon kreislaufentlastende
diätetische Maßnahmen und die Reduzierung körperlicher Anstrengung,
um ein erkranktes Hundeherz vor weiteren Schäden zu bewahren.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Vorsicht Hautpilze!
Fast alle Haus- und Nutztierarten können von Hautpilzen befallen
werden. Die mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich im Fell
und auf der Haut an und erzeugen Tausende von Pilzsporen, die
der Weiterverbreitung dienen. Sowohl durch direkten Kontakt als
auch durch Pflegeutensilien, Futtermittel, Decken und andere Gegenstände
kann die Erkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen
und vom Menschen aufs Tier übertragen werden.
Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen
kreisrunde haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in
Ohrnähe oder an den Gliedmaßen. Sie sind mit Schuppen oder Borken
belegt und zur geschlossenen Felldecke hin mit einem roten, entzündeten
Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem
Juckreiz verbunden sein.
An derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien leichtes
Spiel und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren. Darüber
hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart,
Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen.
Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig
tierärztlich untersucht werden. Da auch nicht übertragbare Hautkrankheiten
vergleichbare Krankheitsbilder zeigen können, ist zur Diagnose
in aller Regel eine Laboruntersuchung erforderlich.
Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit einem rötlichen, linsengroßen
schuppigen und juckenden Fleck, meist an Unterarmen, Beinen oder
im Gesicht, der nach außen wächst, während die Mitte abheilt.
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entstehen zahlreiche solcher
Herde, die landkartenartig zusammenfließen können. Am behaarten
Kopf können rundliche, kahle, grauweiß beschuppte Flecken entstehen.
Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen pilz- und sporenabtötende
Salben, Lotionen, Sprühlösungen und Tabletten zur Verfügung. Die
Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Vorbeugend sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit hauterkrankten
Tieren geachtet werden.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Flohzirkus
Ein Floh im Fell! Das kann dem gepflegtesten Hund, der edelsten
Katze passieren. Wird er gleich entdeckt und eliminiert, ist das
Problem gebannt. Oft aber entwickelt sich nur all zu rasch ein
wahrer Flohzirkus, der für Tier und Mensch zur Plage wird.
Mit Flohhalsband, Spray, Puder oder Shampoo wird dann emsig an
der Fellfront gekämpft, doch nicht immer wollen die Lästlinge
weichen. Nur zum Teil liegt dies daran, daß sich resistente Flohstämme
von bestimmten chemischen Keulen nicht mehr erschlagen lassen.
Oft ist die gewählte Zubereitung für das betreffende Tier nicht
geeignet oder sie wird nicht im vorgeschriebenen Zeitabstand angewandt.
Wichtig ist, daß das Präparat jede Körperstelle erreicht. Mit
Tropflösungen, deren Wirkstoff über den Blutweg in der gesamten
Haut verteilt wird, ist dies gerade bei langhaarigen und großen
Fellgenossen zuverlässiger zu erreichen als mit Sprays oder Puder.
Ein wesentlicher Aspekt erfolgreicher Flohbekämpfung ist die Einbeziehung
der Tierumgebung. Flöhe sind temporäre Parasiten, die sich nur
zur Blutmahlzeit auf dem Wirt einfinden. Rund 90 Prozent der erwachsenen
Flöhe und ihrer Brut halten sich in Bodenritzen, Teppichen und
je nach Erziehungsprinzip auch in den Betten der Tierbesitzer
auf. Werden sie dort nicht zuverlässig ausgerottet, kommt es zu
ständigem Neubefall, der jede Flohbekämpfung am Tier zur Makulatur
werden läßt.
Das Bodenreservoir kann mit Insektenvernichtern in Form von Umgebungssprays
und Raumverneblern bekämpft werden. Viele Präparate können jedoch
nur die ausgewachsenen Flöhe erreichen und lassen ihre Brut unbehelligt.
Sie müssen daher in regelmäßigen Abständen angewandt werden, um
die nachwachsenden Flohgenerationen abzutöten Es wurden deshalb
biochemische Wirkstoffe entwickelt, die auch den Entwicklungszyklus
der Flohbrut unterbrechen können. Die chemische Behandlung von
Wohnräumen sollte grundsätzlich sparsam und gezielt und unter
strikter tierärztlicher Anleitung erfolgen. An der Bodenfront
sollte deshalb auch mit intensiven mechanischen Reinigungsverfahren
gekämpft werden. Wirkungsvoll ist der tägliche Staubsaugereinsatz,
wenn der Staubfangbeutel etwas Flohpuder enthält und häufig gewechselt
wird. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Stammliegeplätze von Hund
und Katze mit waschbaren Textilien auszulegen und diese in kurzen
Abständen zu waschen. Wer ohne chemische Raumbelastung auskommen
will, kann nun auch auf eine hormonelle Bekämpfungsstrategie setzen.
Den Haustieren wird ein Präparat verfüttert, das sich in deren
Blut anreichert. Flohweibchen, die den Wirkstoff mit ihrer Blutmahlzeit
aufnehmen, können keine entwicklungsfähigen Eier produzieren.
Die Anwendung ist für den Menschen und seine Haustiere völlig
nebenwirkungsfrei.
Grundsätzlich sollte nicht vergessen werden, daß ein massiver
Flohbefall bei Haustieren meist auch eine Bandwurminfektion nach
sich zieht. Infizierte Flöhe übertragen die Bandwurmeier, wenn
sie von Hund oder Katze zerbissen und abgeschluckt werden. Der
Tierarzt kann die Bandwurminfektion im Kot nachweisen und gezielt
behandeln.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Die scheinträchtige Hündin
Anja ist eine temperamentvolle, anhängliche Pudeldame. Immer aufmerksam
und zu einem Schabernak bereit. Aber zweimal im Jahr verwandelt
sie sich für zwei bis drei Wochen in eine völlig andere. Sie wird
zunehmend träge und teilnahmslos, zieht sich mit all ihren Spielsachen
in ihr Körbchen zurück und scheint dort in Weltschmerz zu versinken.
Ihr Appetit läßt nach, das Gesäuge schwillt an und wird intensiv
beleckt.
Wie Anja leiden viele Hündinnen im Anschluß an die Läufigkeit
unter der sogenannten Scheinträchtigkeit. Sie bilden sich ein,
Junge zu bekommen und verändern ihr Verhalten auffällig. Manche
Hündinnen werden in dieser Zeit besonders anhänglich, andere aggressiv
oder teilnahmslos.
Dabei liegt diesem eigenartigen Zustand ein ganz normaler biologischer
Vorgang zugrunde. Bei jeder Hündin, ob tragend oder nicht, wird
nach der Läufigkeit das Schwangerschaftshormon Progesteron gebildet.
Es regt unter anderem das Milchdrüsenwachstum an und läßt den
Hund träge werden. Etwa zwei Monate nach der Läufigkeit wird entsprechend
dem biologisch vorgesehenen Geburtstermin auch bei der nicht tragenden
Hündin Milch im Gesäuge gebildet. Gewöhnlich bleibt die Milchproduktion
gering und versiegt, für den Besitzer unbemerkt, nach wenigen
Tagen. Bei der scheinträchtigen Hündin bleibt sie erhalten. Als
Ursache wird die Fehlsteuerung des Hormons Prolaktin angenommen,
das bei der säugenden Hündin den Milchfluß anregt.
Damit der oft qualvolle Zustand für Hund und Mensch ein rasches
Ende nimmt, sollte die betroffene Hündin in dieser Zeit viel Bewegung
erhalten. Auch eine Veränderung des Schlafplatzes und der Fütterungszeiten
ist wirkungsvoll. Spielzeug, das als Welpenersatz adoptiert wird,
sollte entfernt werden. Vor allem muß verhindert werden, daß die
Hündin ihr Gesäuge beleckt, denn dadurch wird der Milchfluß zusätzlich
angeregt. Ein ausgedientes Shirt oder ein leichter Schlauchverband
dienen als Leckschutz. Kühlende Umschläge oder Einreibungen helfen
zusätzlich, die Milchbildung zu verringern. Wenn diese Maßnahmen
keine ausreichende Linderung bringen, kann der Tierarzt durch
eine homöopathische Therapie oder eine Hormonbehandlung helfen.
Für Hündinnen, die nach jeder Läufigkeit eine ausgeprägte Scheinträchtigkeit
entwickeln, sollte die Kastration erwogen werden. Damit beugt
man einer Gebärmutterentzündung vor, die sich als Folge der Hormonfehlsteuerung
entwickeln kann.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Impfungen bei Hund und Katze
Vorbeugende Impfungen sind die einzige Möglichkeit, Seuchenausbrüchen
bei Hunden und Katzen entgegenzutreten.
Hunde werden üblicherweise gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose,
Parvovirose, und Zwingerhusten geimpft. Katzen können durch Impfung
vor Tollwut, Katzenseuche und -schnupfen, feliner Leukose und
feliner infektiöser Peritonitis geschützt werden.
Die Impfung bewirkt im Körper eine Immunreaktion, die zu einer
erhöhten Infektionsabwehr führt. Bei der aktiven Immunisierung
werden abgeschwächte oder abgetötete Viren injiziert, die die
Bildung von Antikörpern gegen den Krankheitserreger bewirken.
Bei der passiven Immunisierung erhält der Impfling eine Antikörperinjektion
als Sofortschutz. Eine stabile Immunprophylaxe kann damit aber
nicht erreicht werden.
Pauschal läßt sich sagen, daß Hunde- oder Katzenwelpen im Alter
von sieben bis neun Wochen das erste Mal und mit zehn bis zwölf
Wochen das zweite Mal aktiv immunisiert werden sollten. Ausnahmen
von dieser Regel entscheidet der Tierarzt im Einzelfall.
Diese sogenannte Grundimmunisierung muß jährlich aufgefrischt
werden, damit der Impfschutz erhalten bleibt. Die Entwicklung
von Kombinationsimpfstoffen hat dazu geführt, daß mit sehr wenigen
Injektionen allen Infektionen vorgebeugt werden kann.
Eine Ausnahme stellt die Impfung der Katze gegen die feline infektiöse
Peritonitis dar. Sie erfolgt nicht durch eine Injektion sondern
durch die Verabreichung des Impfstoffes über die Nasenschleimhäute.
Für Auslandsreisen ist die Tollwutschutzimpfung von besonderer
Bedeutung, da ohne sie oft kein Grenzübertritt möglich ist. Sie
wird - wie alle anderen Impfungen auch - durch den Impfpaß belegt.
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
Tollwut
Die Tollwut ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die durch
den Speichel infizierter Tiere, in der Regel durch Biß oder Kratzen
übertragen wird. Intakte Haut kann vom Tollwut-Virus nicht durchdrungen werden.
Nahezu alle Säugetiere und auch Vögel können an der Tollwut erkranken.
Sie wird vornehmlich durch Fleischfresser übertragen, an erster
Stelle steht der Fuchs.
Seit einigen Jahren wird versucht, den Fuchs durch eine Schluckimpfung
zu schützen. Dabei wird der Impfstoff von den Tieren mit ausgelegten
Hühnerkopfködern aufgenommen.
Die Gefährlichkeit der Tollwut liegt darin, daß sie als sogenannte
"Zooanthroponose" vom Tier auch auf den Menschen übertragen werden kann.
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Biß durch ein
infiziertes Tier bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt
zwischen acht Tagen und zwei Monaten. Auch längere Inkubationszeiträume
sind möglich.
Infizierte Tiere verändern ihr Verhalten, werden nervös, scheu,
haben Schluckbeschwerden und vermehrten Speichelfluß. Im weiteren
Verlauf der Krankheit werden die Tiere aggressiv, beißen und schnappen
nach Artgenossen und Menschen. Kurz vor ihrem Tod, der nach kurzem
Krankheitsverlauf folgt, treten hochgradige Lähmungserscheinungen auf.
Eine Therapie der Tollwut ist nicht möglich. Umso wichtiger ist
es, Hunde und Katzen durch eine vorbeugende Impfung zu schützen,
die im Impfpass eingetragen wird und mit der auch ein Grenzübertritt
ins Ausland erlaubt ist, sofern keine anderslautenden Einfuhrbestimmungen
oder Quarantäne vorgeschrieben sind.
Die Tollwut gehört zu den anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten
Quelle: Infoseiten des Bundesverbandes Deutscher Tierärzte e.V. (BPT)
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